Erklärt
Ein Proxy-Server ist ein Netzwerkvermittler. Anstatt dass Ihr Client direkt eine Verbindung zu einem Zielserver herstellt, verbindet er sich mit dem Proxy, der Proxy verbindet sich mit dem Ziel, und der Proxy leitet den Datenverkehr in beide Richtungen weiter. Aus der Perspektive des Ziels stammt die Anfrage vom Proxy, nicht von Ihrem Client. Aus Ihrer Perspektive ist der Proxy transparent: Sie stellen Anfragen, als würden Sie das Ziel direkt kontaktieren.
Der Wert eines Proxy-Servers hängt davon ab, was sich zwischen dem Client und dem Proxy befindet. Für den Datenschutz von Verbrauchern verbergen Proxies die IP des Clients vor dem Ziel. Für die kommerzielle Datenerfassung leiten Proxies den Datenverkehr durch bestimmte geografische Regionen oder IP-Typen (Residential, ISP, mobil), sodass das Ziel die Anfrage anders behandelt. Für interne Infrastruktur setzen Proxies Richtlinien durch, cachen Antworten und bieten einen einzigen Kontrollpunkt für ausgehenden Datenverkehr.
Der Begriff 'Proxy-Server' umfasst eine breite Familie. Forward-Proxys (die oben beschriebene Art) befinden sich auf der Client-Seite und vertreten Clients gegenüber dem weiteren Internet. Reverse-Proxys befinden sich auf der Server-Seite und vertreten ein Backend gegenüber Clients. Transparente Proxies fangen Datenverkehr ohne explizite Client-Konfiguration ab. Jede Form löst ein anderes Problem.
So funktioniert es
Ein typischer Forward-Proxy-Ablauf: Ihr Client öffnet eine TCP-Verbindung zum Proxy-Server, authentifiziert sich falls erforderlich und sendet eine CONNECT-Anfrage mit dem Ziel-Host und -Port. Der Proxy öffnet seine eigene TCP-Verbindung zu diesem Ziel und tunnelt Bytes zwischen den beiden Verbindungen. Bei HTTPS ist die Verschlüsselung Ende-zu-Ende zwischen Ihrem Client und dem Ziel -- der Proxy sieht nur verschlüsselte Bytes, nicht den Anfrageinhalt.
Der Proxy kann pro Protokoll (HTTP CONNECT, SOCKS5), pro Geo (Ausgang über ein gewähltes Land/eine gewählte Stadt), pro Sitzung (sticky vs. rotierend) und pro Authentifizierungsmethode (Benutzername/Passwort, IP-Allowlist, Token) konfiguriert werden. Moderne kommerzielle Proxy-Dienste stellen all dies über den Benutzernamen-String und HTTP/SOCKS5-Verbindungsparameter bereit.